„Wohin geht die Reise?“
Nicht nur im Blick auf die bevorstehende Urlaubs-Saison, auch für den Himmelfahrts-Tag, im Volksmund überwiegend „Vatertag“, oder weniger festlegend „Männertag“ bezeichneten Donnerstag, sind die Gestaltungsmöglichkeiten in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie recht übersichtlich.

„Wohin geht die Reise?“ – für die Männer mit dem Bollerwagen in Bayern ist es richtig hart: nur zwei Hausstände dürfen gemeinsam unterwegs sein. Lebte man in einem anderen Bundesland, da dürfen schon 5 Männer gemeinsam mit Bier und Bollerwagen durch die Lande ziehen.

„Wohin geht die Reise?“
Der Gedanke an zu planende Sommerferien ist für alle Menschen in unseren Breitengraden auch ein äußerst mühsames Projekt. Macht Urlaub mit so vielen Vorschriften überhaupt Sinn? Kann ich mich wirklich erholen, wenn ich permanent auf Regeln, Abstände etc achten muss.
Und klappt das, was ich im Mai plane, dann im August überhaupt…

„Wohin geht die Reise?“
Ich bin dieses Jahr sehr dankbar für den kirchlichen Feiertag „Christi Himmelfahrt“:
Dieser Tag lenkt unseren Blick erleichternd weg von unseren alltäglichen Corona-Einschränkungen. Unser Blick wird in den Himmel gelenkt. Jesus sagt über seine „Abreise“ nach der Auferstehung: „Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? Doch weil ich das zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe…“

An Ostern haben wir der Auferstehung Jesu gedacht. Wir leben in der Freude darüber, dass Gott seinen Sohn nicht im Tod am Kreuz gelassen hat, sondern in der Auferstehung zu einem tröstenden, Mut machenden und Hoffnung gebenden Wegbegleiter für uns Menschen geworden ist.
Und jetzt: Himmelfahrt! Jesus wird nach gerade mal 40 Tagen von seinem Vater wieder in den Himmel geholt. Die große österliche Freude unter den Menschen erfährt eine Irritation, die Geschichte bleibt in Bewegung. Wir bleiben auf der Erde zurück und ich kann mir vorstellen, wie sich die Menschen damals fragten: Was wird aus mir? Wie geht’s mit meiner Lebensreise weiter?
Jesus geht zum Vater, weil er dort hingehört. Dort hat er seinen Platz als Sohn Gottes. In der Himmelfahrt hat Jesus den Weg zum himmlischen Vater uns vor- und freigemacht. Das ist unsere Hoffnung für unsere ganz persönliche Lebensreise, dass auch unser Lebensweg ins ewige Reich Gottes führt.

Für mich ist das in diesem Jahr, bei allen unsicheren Reiseplänen 2020 ein durchaus tröstlicher Gedanke: meine Lebensreise liegt in Gottes Hand. Ich darf mich Gott und seinem Sohn anvertrauen und gestärkt durch den Heiligen Geist meine Wege gehen. Wohin die Reise auch geht! Gott sei Dank!

Godila Baumann
Pfarrerin