Unsere drei Gottesdienststationen – so finden Sie uns

Kreuzkirche Pocking

Paumgartenweg 1, 94060 Pocking

Kreuzkirche Pocking

Die Kirchengemeinde Pocking

Die Geschichte der Evangelischen Gemeinde Pocking beginnt erst mit dem Zuzug der Heimatvertriebenen nach Niederbayern durch Evakuierung und Vertreibung im Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit waren ca. 3000 evangelische Christen in unserem Gebiet ansässig, deren Zahl sich in den folgenden Jahren durch Abwanderung wieder verringerte. Kirchliche Betreuung konnten sie allerdings erst ab November 1945 durch Pfarrer Gerhard Vietzke erfahren. Fast zwanzig Jahre dauerte sein vorausschauendes, für die Kirchengemeinde prägendes Wirken; er verstarb am 5. April 1965 im Alter von 55 Jahren an einem Nierenleiden.

Heute erinnert die „Pfr.-Vietzke-Straße“ in Rotthalmünster an das segensreiche Wirken des Geistlichen.

Neben dem Flüchtlingslager in Waldstatt bildeten sich schon damals Pocking, Rotthalmünster und Ruhstorf als Kristallisationspunkte des gemeindlichen Lebens heraus. Als Gottesdiensträume dienten damals Schulräume, in Pocking sogar das Kino, aber auch die katholischen Kirchen.

Im Jahr 1947 wurde das Vikariat Rotthalmünster errichtet, welches 1955 zum Exponierten Vikariat umgewandelt wurde. Zu dieser Zeit kam auch ein zweiter Geistlicher zur Amtsaushilfe in die Gemeinde, der seinen Sitz zunächst in Waldstatt, dann, nach Auflösung des dortigen Flüchtlingslagers in Pocking hatte. Nachdem sich Pocking zum zentralen Ort des unteren Rottals entwickelt hatte, wurde im August 1966 die Pfarrstelle Pocking errichtet, die auch den Bereich der bisherigen Muttergemeinde Rotthalmünster umfasste.

Schon im Jahr 1946 sollte in Pocking eine Notkirche, gespendet durch das Schweizer Hilfswerk, errichtet werden – es wurde aber kein Platz zur Verfügung gestellt! Erst 1949 konnte das Grundstück an der Zeller Straße erworben werden, auf dem 1951 die Kreuzkirche, eine Spende von Glaubensbrüdern aus den USA, errichtet wurde; Kirchweih war am 29. Juli.

Die im Jahre 1762 gegossene Glocke gelangte auf Umwegen in den Besitz der Gemeinde – sie stammt aus Herrnstadt in Schlesien und ist somit ein Stück alte Heimat für viele Vertriebene. Die Kreuzkirche (eine von 148 Notkirchen in Deutschland), von Prof. Otto Bartning entworfen, diente im hinteren Bereich als Treffpunkt für verschiedene Kreise in der Gemeinde und Unterrichtsraum für die Konfirmanden.

Kreuzkirche zur Einweihung 1951

Die Anzahl der Gemeindeglieder wuchs, mehr Platz war von Nöten – im Jahr 1955 wurden die Räume des Betsaales in Ruhstorf zur Verfügung gestellt und die sogenannte „Wochinger Villa“ in Rotthalmünster käuflich erworben.

“Wochinger Villa“ in Rotthalmünster

Betsaal Ruhstorf 1955

In Rotthalmünster findet sich eine Seltenheit für Niederbayern: der 1963 eingeweihte evangelische Friedhof auf dem Pfr. Vietzke als einer der Ersten seine letzte Ruhestätte finden sollte.

Vikar Günter-Uwe Thie waltete nun in Rotthalmünster und im Februar 1968 wurde Pfarrer Klaus Kraemer zum ersten Pfarrer des neu gegründeten Pfarramtes in Pocking ernannt.

In den 60er Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt der evangelischen Kirchengemeinde immer mehr von Rotthalmünster weg in das zur Stadt ernannte Pocking – mittlerweile Zentrum des Rottals.

Durch den Ausbau und die Neugründung verschiedener Schulen und die Entwicklung Pockings zu einer Einkaufsstadt, hat es eine Reihe von evangelischen Christen hierher gezogen. Beamte, Geschäftsleute, Ärzte und führende Angestellte fanden Arbeit bei den großen Firmen wie VAW Rottwerk, Firma Hatz und Firma Loher. Dazu kamen noch Soldatenfamilien des Bundeswehrstützpunktes in Waldstatt.

Im Oktober 1977 wurden das neu erbaute Pfarrhaus und das evangelische Gemeindehaus feierlich mit einem Festgottesdienst eingeweiht.

Durch diese bauliche Veränderung konnte nun auch das Gemeindeleben intensiviert werden: Pocking wurde zum Zentrum der evangelischen Jugendarbeit im Dekanat, drei Kinder- und zwei Jungschargruppen trafen sich regelmäßig und setzten somit wertvolle Impulse für das gesamte Gemeindeleben. Daneben bestanden ein Mütterkreis (gegründet 1949 von Pfr. Vietzke), Bastelkreis, Stammtisch und Gesprächskreise.

Die evangelische Kirchengemeinde wuchs stetig: Anfang der 80er Jahre von 1700 bis Mitte der 90er Jahre auf 2600 Gemeindeglieder (Stand 2018 : 3450 Personen). Grund dafür waren die Zuzüge nach Pocking und die Niederlassung der deutschsprachigen Aus- und Umsiedler (80% -90% der Zuzügler waren evangelisch) vor allem aus der ehemaligen Sowjetunion. Diese Steigerung der Gemeindegliederzahlen wurde bei der extremen Diasporasituation eine große Herausforderung. Das bisherige Vikariat in Rotthalmünster wurde auf Antrag des Kirchenvorstandes in eine zweite Pfarrstelle umgewandelt, um eine kontinuierliche Arbeit zu gewährleisten.

Bis zum Ende der 90er Jahre wuchs die Zahl der Evangelischen auf über 3000 Gemeindeglieder.

Die erst gut 30 Jahre alte Kirchengemeinde war durch das rasante Anwachsen durch den Zuzug der Übersiedler stark gefordert: ein vorerst befristetes ABM-Projekt, finanziert in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Landeskirche, der Stadt Pocking und Spendengeldern mündete über die Jahre zur Migrationsberatung des Diakonischen Werkes in Passau. Mittlerweile ist die Beratungsstelle eine feste Größe in Pocking und hat in Zeiten der jetzigen Flüchtlingskrise nicht an Wichtigkeit verloren.

Rotthalmünster

Von Erntedank bis Karfreitag: Katholisches Pfarrheim St. Bonifatius Rotthalmünster, Passauer Str. 18A, 94094 Rotthalmünster
​Von Ostersonntag bis einschl. Erntedank: Friedhofskirche, Schambacher Str. 13, 94094 Rotthalmünster

Von Erntedank bis Karfreitag:
Katholisches Pfarrheim St. Bonifatius

Kirche auf dem Friedhof Rotthalmünster

​Von Ostersonntag bis einschl. Erntedank:
Friedhofskirche

Katholisches Pfarrzentrum Rotthalmünster

Die Geschichte der evangelischen Gemeinde in Rotthalmünster

Betsaal Ruhstorf

Am Schulplatz 9, 94099 Ruhstorf

Betsaal Ruhstorf

Der Weg in den Betsaal
Es ist gar nicht einfach, den Weg in den Evangelischen Betsaal in Ruhstorf zu finden. Verborgen im ersten Stock des Alten Schulhauses liegt er. Nur ein kleines Schild mit dem Hinweis auf den kommenden Gottesdienst neben dem Eingang gibt zu erkennen, dass es so etwas überhaupt gibt im katholischen Ruhstorf: einen Versammlungsraum der evangelischen Kirche, auf den die ganze Kirchengemeinde zu Recht stolz ist.
Wer den Weg gefunden hat und sich die relativ steilen Stufen in den ersten Stock hinauf wagt, der macht hinter der unscheinbaren Türe links neben dem Treppenaufgang eine unerwartete Entdeckung: »Gebetsraum« steht wie in einem Amtsgebäude neben der Türe. Wer sie öffnet, dem besteht eine Überraschung bevor.
Viel Licht von beiden Seiten. warme, helle Farben und eine sehr konzentrierte Atmosphäre laden ein, näher zu treten. Bodenlange, durchgehende Vorhänge leiten jeden Windhauch von der geöffneten Türe in sanften Wellenbewegungen nach vorne, hin zum Altar. Bereits der erste Schritt in den Betsaal führt in die Geschichte dieses Raumes: Brandflecken auf den neu versiegelten, aber groben alten Holzdielen zeigen die Stelle, an der früher der Holzofen stand. Über den Raum verteilt verraten alte Tintenflecken, wo Tintenfässchen von der Schulbank gefallen und ausgelaufen sind. So ruhig und beschaulich wie in unserer Zeit wird es in diesem Raum nicht immer gewesen sein.
Wer nach vorne blickt, dem fällt zunächst der Altar auf, der ganz in Holz gehalten mit seiner wunderschönen Maserung und dem warmen Ton viel zur ruhigen Ausstrahlung des Raumes beiträgt. Holz einer Lärche aus dem Pockinger Pfarrgarten wurde hierfür verwendet und verdeutlich die enge Verbundenheit der verschiedenen Gemeindeteile. Auch der Gesangbuchwagen und die Pinnwand für Mitteilungen und Schriften ist von dem Schreiner, Kunsthandwerker und früheren Kirchenvorsteher Karl- Heinz Knappe aus diesem Baum gefertigt worden. Das moderne Altarkreuz in “Tiffanytechnik” aus Glas, Metall und Holz schenkte Ingrid Bahr der Gemeinde 2005 zur Wiedereinweihung des Betsaals.
Die an der Stirnseite gelegene und hinter dem Vorhang verborgene Tür zur Sakristei und dem Gemeinderaum erzählt vom ersten Umbau zum Betsaal vor mehr als 55 Jahren, den die wachsende evangelische Gemeinde der Vertriebenen und Flüchtlinge vorgenommen hatte. Die zu früheren Schulzeiten typischerweise zentral gelegene Tür zum Wohnraum der Lehrkraft wurde verschlossen und so Platz geschaffen für den Altarbereich. Heute hängt dort das den Raum dominierende, von Fritz Klier in den Jahren 2004 und 2005 geschaffene dreiteilige Altarbild. In ihm verbindet der Künstler ausdrucksstark und einfühlsam die biblische Gute Nachricht mit Geschichte und Geschichten aus dieser »Gemeinde mit Migrationshintergrund«.

Das Altarbild
Weil sie sein goldenes Bild nicht anbeteten, ließ der König sie in einen riesigen glühenden Feuerofen werfen. Die drei Israeliten aber, so berichtet das Buch Daniel, blieben unversehrt. Dem König war dabei, als sähe er einen vierten Mann im Ofen. Fritz Klier hat einen Engel auf den Ofen gestellt, der den Männern beisteht.
Leid und Bewahrung sind Grunderfahrungen des Glaubens. Gegründet wurde unsere Gemeinde von Vertriebenen, die im damals römisch-katholischen Niederbayern mehrheitlich auf Misstrauen und Ablehnung stießen. Ab 1990 kamen Aussiedler hinzu, mit ihren Erfahrungen von Deportation und Kommandatur, von Leid und Unterdrückung des Glaubens.
Die Männer im Ofen sind eingetaucht ins Feuer – oder ist es Blut? Ihre zu Totenschädeln verzerrten Züge spiegeln die dunklen Zeiten in der Geschichte wider, aber auch im Leben jedes Einzelnen. Doch gerade im Leid erleben wir, dass Gott und seine Engel uns bewahren.
Im Zentrum des Flügelbildes stehen die Menschen, die zur Gemeinde Jesu Christi zählen. Aber sie stehen nicht. Sie drängen und eilen, sie verharren und zögern, drehen sich und treten auf der Stelle, suchen den Kontakt zu anderen, mühen sich mit dem Ballast, den sie mit sich tragen, müssen manches zurücklassen und machen sich wieder auf den Weg. Ziel ist das göttliche Licht, das über alle gleichermaßen leuchtet.
Viele sind gezeichnet von ihrer Reise, vom Leben. Angestrengte, alte Gesichter, manche dem Tode nah. Daneben kleine Kinder, noch auf dem Arm der Mutter, junge Frauen und Männer in “der Blüte ihrer Jahre”. So manches Kleidungsstück erinnert an die Sträflingskleidung in Konzentrationslagern oder sowjetischen Gulags, Schuld und Leid tragen die Menschen dort mit sich, bis beides sich im göttlichen Licht verliert.
An der Seite stehen sie noch: grobe Holzpfähle, stacheldrahtbewehrt, drohend. Die Wegzeichen menschlicher Grausamkeit, die Kreuze der Moderne. Doch sie haben ihre Kraft verloren. Durchbrochen sind die Grenzen, die Menschen gefangen halten und einschüchtern.
“Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kam euch die Rettung.” So besingt der evangelische Theologe Jochen Klepper das Ende der Nacht, den Advent: das Kommen Gottes in unsere Welt.
Gleich dreimal lässt es Fritz Klier auf der rechten Seite seines Bildes Ostern werden: In großer künstlerischer Freiheit versammelt er alle Frauen aus den Osterberichten der Evangelisten Matthäus, Markus und Johannes vor dem offenen Grab. Im Schein der aufgehenden Ostersonne spiegelt sich am Grab noch das vergehende Blutrot des Feuerofens. Doch es ist bereits gebrochen, muss genauso weichen wie das Dunkel des Grabes. Neugier mag zwar den Blick noch in dessen Inneres ziehen, doch dort ist nichts mehr zu finden. Das, woran sich Leben entscheidet, geschieht nicht länger in der dunklen Kälte einer letzten Ruhestätte.
Eine der Frauen vor dem Grab lenkt den Blick in die Mitte des Bildes zur strahlenden Ostersonne, unter der das himmlische Jerusalem aufscheint.
»Was hier an diesem Grab geschehen ist«, so scheint sie den Frauen zuzurufen, »ist der Anfang des Endes dieser Welt, wie ihr sie kennt. Das Reich Gottes, es bricht sich Bahn.«
Dort vor dem offenen Grab, stehen die Frauen und reagieren auf die Osterbotschaft, wie Menschen es bis heute tun: mit weit aufgerissenen Augen, neugierig oder skeptisch, in sich gekehrt oder fast schon wieder auf dem Weg, um diese Botschaft weiter zu tragen in alle Welt. Auch zu uns.

Pfarrbüro

Ev.-Luth. Kirchengemeinde Pocking
Paumgartenweg 3
94060 Pocking
Tel. 08531 7196
pfarramt.pocking@elkb.de

Öffnungszeiten:
Montag bis Mittwoch und Freitag: 8.30 – 12.00 Uhr
Donnerstag: 15.00 – 18.00 Uhr

Sekretariat Pocking

Anschrift:

Paumgartenweg 3
94060 Pocking
Tel. 08531 7196
pfarramt.pocking@elkb.de

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